XM – Fahrer & ihre Autos

 

Nach rund einem Jahr meldet sich die Porträtreihe über die XM-Fahrer und deren Autos zurück. In Kürze sind die früheren Folgen auch auf der Homepage der XM-IG zu finden. Im Folgenden beschreibt Rolf Fritsche wie er zum XM gekommen ist.

 

Mein Name ist Rolf Fritsche, ich bin 39 Jahre alt und wohne in Ratingen bei Düsseldorf. Beruflich

arbeite ich bei Fedex als Paketkurier, ein Job der stressig ist, aber mir Spaß macht, da ich jeden Tag draußen und gerne unterwegs bin. Eine Automeise habe ich auch, daher jetzt der XM. Sonstige Hobbys sind schwimmen, joggen, Ausgehen, Musik hören und malen.

 

 
 

Erste Kontakte mit Citroen Modellen hatte ich schon als Kind, da mein Vater einen CX fuhr. Auch mein Onkel nannte einen CX sein Eigen. Ebenso hatten die Eltern einer Lebensabschnittsgefährtin einen BX Break, den ich gerne für größere Transporte benutzte. Später stand ein flammneuer Xantia Break in der Garage.


Mein erster eigener Citroen war ein ZX 1.4 als 3-türer, alleine die riesigen Türen zum Einsteigen und den großen Motorraum fand ich bequem. Vom Platz her geräumiger als des Deutschen Lieblingskind Golf und ein variabler Kofferraum, der in der Kompaktklasse einmalig war. Viele tausend Kilometer mit gefahren und in Zeiten ohne Job als Paketauto bei Hermes fungiert, ging der ZX mit mir durch Dick und Dünn. Leider verschliss dieses Paketfahren doch den Motor und irgendwann entschied ich mich damals aus Kosten- und Wertgründen gegen den ZX, was ich jetzt bereue, da viele kleine Reparaturen selbst durchführbar waren.


Der erste Kontakt mit dem XM war 1989, frisch auf dem Markt, noch bei dem damaligen Citroen-Händler "Kupferschmidt" in Dinslaken auf der Wielandstraße.

Wie ich die Probefahrt eingefädelt habe weiß ich nicht genau, aber eigentlich immer mit der Aussage "Ich würde gerne den......Probe fahren.“ Damals war das noch leichter möglich als heute.


Gesagt, getan! In Begleitung des Autohausbesitzers Herrn Kupferschmidt fuhr ich

damals den XM und bekam auf einer Landstraße die Aufforderung den XM bei 50 Km/h auf der Fahrbahnrandmarkierung zu halten. Dann, am damals noch nicht ausgebauten Kreuzungsbereich, mit 50 km/h rechts abzubiegen. Aufforderung ausgeführt, der XM ging zügig um die Ecke ohne von der Markierung abzuweichen, wie auf Schienen!!!!


Das war das Ereignis, was sich tief in mein Gehirn eingeprägt hat. Es vergingen genau zwanzig Jahre um mich an das Erlebnis zu erinnern.

In der Zeit ohne Auto, die bis zum 02.06.2009 anhielt (das alte Fahrzeug wurde am

06.11.08 verkauft), leckte ich erstmal meine emotionalen Wunden, verdaute Frust,

Wut und Enttäuschung mit all dem Erlebten des Skoda Fabia.


Eine Suche ging los bei mobile.de und Anderen. Ich machte eine Odyssee durch alle Fahrzeuge, die mir gefielen, ließ mal mehr den Kopf (Vernunft), mal den Bauch (Emotionen) entscheiden. Bei Citroen pendelte ich mich wieder ein, was auch viel für Emotionen spricht. Die Vernunft sagte "nimm einen Xsara" aber die Emotionen sagten " Nee, dann lieber einen XM, weil mir beim Xsara das Design nicht gefällt." Kompromiss war dann erstmal der Xantia, natürlich als Kombi, das schönere Modell der Baureihe. Hätte ein Diesel oder Benziner werden können.

Ich war mir noch nicht im Klaren, ob ich wieder mit dem Auto zur Arbeit fahre oder weiter mit der Bahn pendele. Aus Kostengründen und Stress auf der Autobahn entschied ich mich weiter für die Bahn und dann das Auto als Hobby für mittlere Reisetrips. Nach dem dies geklärt war sagten meine Emotionen "dann ein XM!" Die Vernunft sagte "OK, aber finanziell gesehen bis zu Betrag XXXX!"


Die Suche wurde online konkret eingegrenzt, die ersten Objekte der Begierde ausgesucht. Infos über den XM mussten her, in Zeiten von Google und Co, eine leichte Sache. Das passende Wort in der Suchzeile, Schwupps war ein Vielfalt von Internetadressen da, wo ich erstmal einiges zu lesen hatte. Natürlich kam ich auch auf die XM-IG - Homepage und hatte auch nach ersten Stöbern das Gefühl: "Hier bist Du richtig". Es nahm mir auch zum Teil meine Bedenken zum XM-Kauf, da ich nicht genug Infos über die Eigenschaften des XM hatte.

Die Checkliste war das absolut Beste was ich auch zugleich auf meinen Mac speicherte. Tolle Arbeit  Männer, Respekt und Achtung und weiter so.

Die Checkliste war ein weiteres Mittel gegen meine noch Zweifel, da ich als erfahrender ZX - Fahrer wusste, wie es mit den Ersatzteilpreisen bei Citroen und Co aussieht.


Da meine Haushaltsplanung nicht den Rahmen zur Verfügung stellt, was meine Wunschmotorisierung des XM betraf, entschied ich mich für den 2.0 Basismotor. Auch aus der Historie des XM für einen Y4. Da ich mir eingeprägt habe „wenn ein Fahrzeug aus einer Baureihe, dann nach der ersten Modellpflege“ (sprich nach vier Jahren). Auch hielt bei mir die Auffassung, weniger Ausstattung, weniger mögliche Defekte. Einen gewissen Anspruch habe ich schon, der Umfasst: Klimaanlage; elektrische Fensterheber und beheizbare, elektrisch einstellbare Außenspiegel.


Auf der Homepage von Autoscout24.de fiel meine Wahl auf einen blauen Y4 mit der 2.0l Maschine und der SX - Ausstattung. Vom Bauchgefühl her war der Wagen genau richtig. Bin dann mit der Freundin am Vatertag zur Besichtigung nach Papenburg gefahren.

Aufgeregt wie ein Kleinkind mit der Checkliste bewappnet, legte ich los. Bereitwillig wurden vom Verkäufer alle Türen und Deckel am XM geöffnet. Scheckheft offen gelegt und eine Kladde mit allen Inspektionen und sonstigen Reparaturen. Technisch OK, Probefahrt kein Problem, nur als eingefleischter Schalter war die Umstellung auf eine Automatik sehr gewöhnungsbedürftig. Ob die Automatik gut schaltet oder nicht, Fakt ist ich übe jetzt noch damit.

Beim CD-Wechsler fehlte das CD-Fach und bei der Wegfahrsperrentastatur ist der Deckel abgebrochen.


Das Übelste ist der Lack, viele Riefen und Oberflächenmacken. Leider habe ich das in meiner Aufgeregtheit falsch eingeschätzt und mit dem mir gedachten Aufwand für eine Lackaufbereitung von 200 Euro kräftig daneben gelegen. Mit der falschen Einschätzung zum Lack aber dem Scheckheft gepflegten XM entschied ich mich für den Kauf, wobei ich noch ein Satz Winterreifen bekam.

 

 
 


Auf dem Heimweg, kurz vor zu Hause merkte ich erstmal, dass ich meine Tasche mit allen Papieren im XM gelassen hatte. Also war am darauf folgenden Sonntag ein nicht geplantes Wiedersehen angesagt. Den Ärger darüber konnte ich abmildern, da ein Zwischenstopp in Osnabrück bei Bekannten eingelegt wurde. Bei dem sonnigen Wetter  auf einer schönen Reiseroute entlang der B70 wurden die Anstrengungen der Fahrt ausglichen.

Meinen XM holte ich am 30.05.09 ab und hatte eine gute Heimfahrt von Papenburg nach Ratingen. Aufgeregt wie ein Schulkind wurde getankt und alle Geräusche wahrgenommen die in den Fahrerraum drangen.


Noch mit der Vorstellung von ein wenig Aufwand für die Lackpflege, suchte ich einen "Lackaufbereiter" in Ratingen und Umgebung. Nicht so einfach, da unter diesem Suchbegriff so gut wie Nichts bei Google zu finde war. Irgendwie doch kam ich auf "Die Garage" in Düsseldorf, Scheibenstrasse 2. Hingeschwebt und dann XM unter die Augen des Fachmannes nehmen lassen. Mir wurden alle Schäden aufgezeigt, erklärt und es trat auch die erste Ernüchterung ein. Auch Zweifel ob der Kauf so gut war. Mit einer vorsichtigen Schätzung von 700 Euro lag das noch im Rahmen des Erfahrungswertes, dass 20% des Kaufpreises noch mal anschließend ins Auto investiert werden.


Es wurden Fotos gemacht, die Daten aufgenommen und ein Rückruftermin vereinbart. Der Rückruf erfolgte nicht, dafür einen Tag später. Der Schock saß tief, die volle Instandsetzung des Lacks und der Karosserie wird wohl mit 1.500 Euro zu Buche schlagen. Jetzt ist guter Rat gefragt, Alternativangebote reinzuholen und innerlich zwischen Bauch und Hirn abzuwägen. Den Schock halbwegs verdaut, klapperte ich noch einen Lackdoktor in Düsseldorf - Angermund ab. Mitten im Wohngebiet, schon die Abfahrt zur Werkstatt war ein Abenteuer. Die Schäden wurden gezeigt, schnell stellte sich für mich heraus, dass er kein Interesse an der Restauration des XM hatte und meinte, dass das Fahrzeug aufgrund der Schäden in eine Karosseriewerkstatt gehört. Mir war klar, das dieser Mann sich lieber mit Autos der Premiummarken befasst und Ausbeulungsarbeiten ausführt wo er sich nicht so die Finger dreckig machen muss. Eine anschließend zu begutachtende C-Klasse widmete er sich intensiver und machte einen Festpreis aus. „Alles Klar!“ dachte ich mir, auf so einen Vogel kann ich verzichten.

Was nun? Eigentlich blieb mir nur noch als Einziger die Internetadresse im Web vom Auto Service in Witten. Lust auf die Fahrt durchs Ruhrgebiet hatte ich nicht. Durch die Freundin motiviert, fuhr ich am 10.06.09 mit dem Berufsfahrzeug zum Auto Service Witten. Es war eine kleine Werkstatt und machte auf mich nicht so den Supereindruck. Ich sollte mich täuschen! Den Kontakt aufgesucht und erfahren dass der Betrieb auch am Fronleichnamstag aktiv ist. Erstaunt und überrascht, sagte ich ja und nahm das Angebot zum gebührenfreien Kostenvoranschlag an. Am Feiertag mit der Freundin im Gepäck dann über die A52, A40, A43 und A44 nach Witten Stockum geschwebt und genoss mal die leere Autobahn durch den Pott, da sonst in der Woche angenehmes Fahren auf der A40 und Co nicht mehr möglich ist.


Angekommen, reinspaziert und freundlich empfangen. Den XM dann zur Begutachtung in die Halle gefahren und dann vom Chef persönlich mit seinem erfahrendstem Mitarbeiter in Augenschein genommen. Ich zeigte die Schäden rundum. Mir wurde erklärt wie sie die Schäden beseitigen, so dass ich das als Laie auch verstehen konnte. Danach wurde sich beraten um die Kosten zu schätzen und abzuwiegen. Mit der Befürchtung aus Düsseldorf war ich auf einiges Eingestellt aber dieses Angebot habe ich nicht erwartet. Die Summe lautete 750 € plus Märchensteuer.

Voll Happy sagte ich, dass dieses Angebot für mich in Ordnung ist und verblieben dann zu einen Telefonat am Montag, 15.06.09 zwecks Terminvereinbarung. In der 25. Kalenderwoche habe ich den Termin beim Lack & Beulendoktor  "Auto Service Witten" gemacht. Meinen Reisegleiter brachte ich dann am 22.06.09 um 7.30 Uhr nach Witten. Dort musste ich mich erstmalig mit der Funktion des Werkstattcodes auseinandersetzen. Handbuch auf, gelesen, nach Anleitung praktiziert, klappte. Den Schlüssel und Fahrzeugschein übergeben und wurde dann von der Chefin der Firma zur Arbeit gebracht (das nenne ich Service).

Vier Tage später holte ich die "Blaue Lagune" (so nennt meine Freundin den XM) in Witten ab. Eine Arbeitskollegin brachte mich nach Feierabend dorthin. Wow, was glänzt mein Großer in der Sonne!!!! Die Mitarbeiter der Firma begrüßt und dann wurde mir alles erklärt und gezeigt.

Es wurden gemacht:

 

·    Beide Außenspiegelgehäuse neu lackiert (vorher total zerkratzt)

·    Frontschürze geschweißt und neu lackiert (Riss in der Schürze und Kratzspuren

          durch einen gestreiften Gegenstand).

·    Diverse Lackstellen an der Karosserie nachgetupft und ausgebessert (besonders

          an den Türen blinzelte es schon weiß).

·    Rechte Hinterseite inklusive Tankdeckel ausgebessert, neu lackiert (hatte hinten

          rechts noch einen kleinen Unfallschaden, wo das Blech ein wenig eingedrückt war).

·    Dann der komplette Lack aufbereitet und versiegelt.

 
 


Auf jeden Fall macht es mir jetzt deutlich mehr Spaß mit meinem XM zu gleiten. Er sieht einfach glänzend aus!

 

Text und Bilder: Rolf Fritsche

Text Einleitung: Tim Helmes, XM-IG, Sommer 2009

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