XM – Fahrer & ihre Autos

 

Thomas, die Zweite: Nachdem in der letzten ACZ Thomas Ossenbühl präsentiert wurde ist nun sein Namensvetter im Porträt, Thomas Krebs aus Mülheim an der Ruhr. Der 44-jährige gehört seit Mitte letzten Jahres zur XM-IG, auch wenn er schon seit einiger Zeit auf seinen XM verzichten muss.

 

 
 

 

Angefangen hat alles 1995 mit einem Getriebeschaden an seinem damaligen Mercedes W 123. Die Reparatur war viel zu teuer und außerdem hatte es Thomas schon ein anderer Wagen angetan. Der Citroen BX. Seit seinem Debüt war er von dem Wagen begeistert und als dann gerade bei einem Honda-Händler in Bochum so ein BX stand hat er nicht lange gezögert.

Thomas ist im Ruhrgebiet weiter herum gekommen. Nach Stationen in Dortmund und Bochum zog es den gebürtigen Wittener samt neu erstanden BX nach Essen, fast schon an der Grenze zu Oberhausen und dann weiter nach Mülheim. Aber beruflich ging es noch weiter. Als Lkw-Fahrer kennt Thomas nicht nur Deutschland sondern er war auch einige Male im Ausland unterwegs. Die Begeisterung für die großen Lkw wurde ihm praktisch in die Wiege gelegt. Schon sein Vater war Berufskraftfahrer und nahm den Sohn regelmäßig mit. Von dieser Leidenschaft geprägt steuerte er Trucks von Scania und MAN genauso wie von Mercedes und Iveco im Nah- und Fernverkehr. „Es kribbelt mir richtig in den Fingern, so gerne möchte ich endlich wieder Lkw fahren“ sagt Thomas. Doch dazu später mehr.

Nachdem sich beim BX bereits kurze Zeit nach dem Kauf die Zylinderkopfdichtung verabschiedete und der Wagen somit „praktisch Schrott“ (Thomas) war, traf er auf einen grünen XM von 1992 mit ungefähr 112.000 Kilometern.

 

 
 

Nach vielen Überlegungen und vor allem auch Überredungen seiner damaligen Frau, finanzierte Thomas schließlich diesen XM auf vier Jahre. „Obwohl es nur der Saugdiesel in der Basisausstattung war habe ich darüber hinweggesehen“ berichtet Thomas „das Design war ausschlaggebend“. Aber auch hier folgte nach dem Kauf die erste Ernüchterung: Zahnriemen gerissen! Dabei ist es aber auch geblieben wenn man von den häufig ausfallenden Glühlampen im Armaturenbrett absieht von denen „immer eine andere kaputt ging“.

So waren es dann auch Qualitäten wie „Bequemlichkeit und Zuverlässigkeit“, die über die „deutliche Untermotorisierung, speziell an Bergen“ wie Thomas erzählt, hinwegsehen ließen.

 

 
 

 

Bis es an jenem Samstag 1999 auf der A43 Richtung Recklinghausen auf Höhe Dülmen passierte: es hat gerade aufgehört zu schneien, die Fahrbahn war nass und die Sonne blendete. „Ich fuhr in einer Kolonne auf dem rechten Fahrstreifen mit rund 80 Km/h. Auf ein Mal merkte ich wie ein amerikanischer Van mir sehr dicht auffuhr. Kurz darauf bremste mein Vordermann wohin ich auch auf die Bremse ging. Um einen Unfall zu verhindern musste der Van auf den linken Fahrstreifen ausweichen. Dabei verlor er aber die Kontrolle und prallte erst seitlich in meine Hinterachse und dann direkt noch mal in meine Vorderachse. Es muss sich ja schließlich lohnen. Ich fand mich daraufhin im Straßengraben wieder.“ schildert Thomas den Unglückstag für sich und seinen XM. Obwohl dabei niemand zu Schaden kam und die Reparatur des XM möglich gewesen wäre verkaufte Thomas den Wagen. „Er hatte mittlerweile über 300.000 Kilometer gelaufen. Das hätte sich nicht gelohnt“. Ein Fehler wie, Thomas heute zugibt. „Aber irgendwie hat dieser XM Unfälle magisch angezogen. Insgesamt vier Mal ist mir einer rein gefahren.“

 

Dem XM folgte ein Seat Toledo und die Zeit ohne Citroen begann. Sie dauerte ganze sechs Jahre. Bei einem Händler in Oberhausen stand ein silberner XM Diesel, jetzt aber als 2.1er. Er war ebenfalls von 1992 und hatte eine Automatik sowie über 200.000 Kilometer gelaufen. Und da war es wieder, das Gefühl einen XM fahren zu wollen. Trotz ein paar Roststellen an den Türen und der Heckklappe entschied sich Thomas den Seat einzutauschen. Hauptsache XM!

 

 
   

Darüber hinaus bot der XM eine deutlich höhere Zugkraft und – ganz klar – mehr Platz als der Toledo. Aber schon bald traten auch hier wieder Probleme auf, von denen zum Zeitpunkt des Kaufs keiner etwas wusste. Ein Druckschlauch an der Vorderachse war undicht was sich durch Verlust von Hydrauliköl bemerkbar machte. Obwohl dieser Mangel schnell beseitigt war verlor der XM weiter Öl. Das konnte der Werkstattmeister gar nicht glauben: „’das ist nur Regenwasser’ wies er mich ab“ erzählt Thomas. Es war dem nicht so. Zwei Monate nach der Reparatur des Druckschlauchs blieb Thomas mit einer undichten Dieselpumpe liegen. Der Haken an der Sache: mittlerweile gelangte auch Diesel an den Zahnriemen so, dass auch dieser ersetzt werden musste. Und hier kam es nun zum kapitalen Fehler.

 

 
 

 

„Der Geselle war damit beauftragt den Zahnriemen zu montieren. Dabei hat er den Bolzen der Umspannrolle viel zu fest angezogen“ Was war das Ergebnis? „Der Bolzen brach und hat den gesamten Zylinderkopf zerschossen. Einige Kipphebel waren gebrochen und Ventile verbogen“ erzählt Thomas traurig. Der Händler hat zwar versprochen den XM umsonst zu reparieren da er diesen Schaden ja selber verschuldet hat aber nun steht der große Citroen „seit dem 18. August 2006 in der Werkstatt und es ist noch kein Ende in Sicht. Es wird halt nur etwas gemacht am Wagen wenn gerade einmal Zeit ist. Dafür ist es umsonst.“ Seitdem muss sich Thomas mit einem in die Jahre gekommenen Kia Pride als Ersatzwagen abgeben.

„Was soll ich machen?“ fragte er sich selber „ich habe nicht das Geld den XM wo anders reparieren zu lassen und schon gar nicht dafür mir einen neuen XM in besseren Zustand zu kaufen. Das wäre wirklich einer meiner beiden Träume.“

 

 
 

 

Der andere Traum ist endlich wieder Lkw fahren zu können. Da macht ihm aber die Gesundheit bisher einen Strich durch die Rechnung. „Alle zwei Tage muss ich zur Dialyse. Wer will mich denn da schon nehmen? So muss ich halt mit geringen finanziellen Mitteln leben.“

Eine, die ihn trotz all dem genommen hat ist seine Frau Michaela. Mit besondern Lob sei an dieser Stelle erwähnt, dass Thomas und Michaela am 25. August 2006 ihren ersten standesamtlichen Hochzeitstag feierten und an diesem Tag nichts Besseres zu tun hatten als zum Treffen der XM-IG nach Mönchengladbach zu kommen. Einige Monate später folgte dann die kirchliche Hochzeit.

Und so bleibt Thomas nur zu wünschen, bald wieder einen Job zu finden und auch bald wieder in den XM einsteigen zu können.

 

Text: Tim Helmes, Frühjahr 2007

Bilder: privat