XM – Fahrer & ihre Autos

  

Hallo,

mein Name ist Thomas Ossenbühl Jahrgang 76, Mitglied der XM Interessen Gemeinschaft. Ich habe Fahrzeugelektronik bis zum Diplom studiert. Ich bin gerade dabei mein Studium im Bereich Informations- und Medientechnik zu beenden.

 

Zur Zeit fahre ich einen XM 3,0 V6 SX Break Automatik Erstzulassung 12.1998 in rot:

 
 

 

Wie bin ich zu diesem originellen Stück französischer Ingenieurskunst gekommen?

Ich brauchte ein neues Auto, weil ich mit meinem alten Auto ungünstig einen schattigen Waldparkplatz, zu Füßen eines Baumes, aufgesucht hatte. Ich suchte einen Kombi mit genug Platz, wenig Rost und Dieselmotor aus dem PSA Konzern. Da schwärmte ein Kollege von einem XM, er hätte fast so einen gekauft, aber alle hatten ihm als unkundigen Schrauber davon abgeraten und wenn, dann nur einen ab Baujahr 1997, wegen der Elektronikprobleme. Ich dachte: kein Problem, wird schon gehen, ein XM hat doch kein BUS System. Ich erinnerte mich in einem XM Y3 Break mit 2,1 TD Automatik mitgefahren zu sein. Mir fiel der CX Break meines ehemaligen Nachbarn ein, und ich dachte fasziniert über den Kofferraum nach. Ich braucht was mit mehr Leistung, den 2,5td. Die schönen weichen Veloursitze, diese Sitzposition auf der Rückbank, so erhaben über den Anderen zu sitzen sind weitere Gründe für meine Entscheidung.

Gesagt getan. Ich informierte mich und fand das andre-citroen-club Forum. Ich war sehr angetan, endlich technische Informationen. Und nicht so Nasen, die wissen wollen wie man die Türpinchen auswechselt. Im Forum wurde oft ein Temperaturproblem des 2,5TD angesprochen. Ich hatte dann einen 98er Break mit 250tkm gefunden mit schon einmal gewechseltem Zylinderkopf, neuem Kühler… und neuem TÜV von Privat, einem Citroen Fan. Er riet mir, niemals über 100 Grad Wassertemperatur zu fahren. Er hatte dies dummerweise mehrmals getan, wodurch er den neuen Zylinderkopf gebraucht hatte. Ehrlich gesagt, auf der Autobahn ist das im Sommer schnell erreicht. Ich habe dann einen Zusatzölkühler eingebaut. Dies half leider nur wenig, wahrscheinlich hätte ich Ihn vor den wassergekühlten original Ölkühler setzen müssen. Dafür wird er im Winter schnell warm. In Verbindung mit dem bärigen Drehmoment des Motors führt das zu einem flensburg-freundliche ruhigen Fahrstil.

 

Beim Slalom noch mit harten, also kaputten, Kugeln hatte ich den 2,5TD in einer Minute und tausend Metern von 80 Grad auf 100 gebracht. Nachdem ich von der Strecke gefahren bin, ging die Temperatur noch ein bisschen  über 100 Grad. Im Wertungslauf hab ich mich dann zurück genommen. Ach, den Katalysator hatte ich übrigens schon vorher wechseln müssen. Der war durch Schwingungsbruch im Mittelschalldämpferrohr abgebrochen und hing nur noch am Flexrohr.

 
 

 

Als ich den 2,5TD neu hatte, musste ich erstmal die hintere Signallichtanlage reparieren. Licht und Blinker waren das einzige was ging. Es lag zum Teil an der falsch angeschlossenen Anhängerkupplungssteckdose und den Kabelbrüchen in der Heckklappe.

Die acht Federkugeln habe ich dann eine Woche darauf gewechselt. D.h. beim 2,5TD um die Hauptspeicherkugel zu wechseln Batterie mit Kasten, Trockner und Dieselfilter abbauen. Da es das erste Mal für mich war, hab ich mich gewundert, warum der Kettenschlüssel nicht um die Kugel ging. Dann wurde ich schlauer. Es war eine Hydraktivkugel für hinten mit 70bar, die etwas groß war. Na ja, es gibt für alles eine Lösung…Ein ABS Sensor vorne geht einfach zu wechseln, das ABS Steuergerät meinte, es seien beide kaputt...dummes Ding!

 

Mit neuen Kugeln, LHM und nachgerüstetem Tempomat (Stecker und Hebel drauf fertig beim 2,5TD) genial. Die Bremse funktioniert so schön scharf, gut dosierbar und dies direkt nach dem Losfahren. Bremsfading hatte ich damit noch nie. Die leichtgängige Servolenkung ein Traum. Der Platz für die Knie in Verbindung mit den Sitzen,

sehr entspannend. Ich bin noch nie so stressfrei nach langer Fahrt aus einem Auto ausgestiegen. Ich selbst fahre auf diese Plüschsessel und das grüne Armaturenlicht voll ab, vor allem nach dem Wechsel von allen acht neuen Federkugeln, davon 4 Comfortkugeln, auch Sofakugeln genannt. Die stabile Mittelkonsole lädt zum drauf Herumlümmeln ein, und die ganzen Ablagefächer vorne, hinten und überall lassen einen schon etwas länger suchen;-)

 

 
 

Der kleine Hund meiner Eltern findet die Rückbank auch ganz toll. Er kann beim Fahren sein Köpfchen auf meine Schultern legen.

 

Zu meiner weiteren Begeisterung trägt immer wieder der Kofferraum bei. Durch den „Knick“ der Karosserielinie zur Heckpartie ermöglicht es die Seitenwände des Kofferraums beim Break relativ hoch zu ziehen, was zur Folge hat, dass selbst hohe Kisten nicht die Seitenscheiben ruinieren können. Was für mich als Fechter auch wichtig ist: Es passen drei große Fechttaschen 120cm längs nebeneinander, wie auf dem Bild, hinein. Quer geht auch.

 

 
 

 

Auch die großen 60kg Klappboxen +20cm passen prima unter die geschlossene Laderaumabdeckung. Die Anhängerkupplung beim Diesel mit 2 Tonen Zugfähigkeit ist auch nicht zu verachten.

Nach fast einem ¾ Jahr in meinem Besitz und insgesamt 270tkm fand mein vegagrüner XM den Weg nach Polen wegen Motorschadens. Die Nockenwelle war fest gegangen.  

Da ich, was das Fahren angeht, noch nie so zufrieden war, wie mit dem Fahrzeug und einige Teil noch übrig hatte, kaufte ich mir dann direkt einen zweiten XM Y4 mit Erstzulassung 30.12.1998.

Dies war genauer gesagt ein XM 3,0 24V SX Break Automatik in pivione rot mit 210tkm.

Ich wollte mal wieder Vollgas auf der Autobahn fahren. Eigentlich wollte ich einen mit Handschaltung. Aber wenn es nichts anderes gibt und man ein Auto braucht, nimmt man auch Automatik. Der Wagen war Scheckheft gepflegt bis 205tkm durch eine bestimmte Citroen Fachwerkstatt in NRW. Na ja, ich war schon einiges gewöhnt.

 

Hier einige Höhepunkte:

Der Fensterheber Fahrertür war kurz vor dem Kauf gewechselt worden. Die Fensterdichtung kam seitdem beim Fensterschließen immer wieder mit hoch. Der Batteriekasten war zersägt und eine 55Ah Batterie eingebaut wo mindestens eine 70Ah hingehört. Da die Hydraulikpumpe etwas tropfte wollt ich sie neu abdichten. Beim Abbau der Leitungen durfte ich dann feststellen, dass die große Dichtungstülle der Hauptleitung ganz fehlte.

Dann waren 1,5l Motoröl und 1l Automatikgetriebeöl über maximal drin, plus der Ölfilter vom 2,1TD. Das führte dazu, dass der Wagen Tempo 200 km/h nur schwer erreichen konnte, die Motoröltemperatur und die Kühlwassertemperatur stiegen dadurch simultan stark an. D.h. ich konnte maximal 100 km/h fahren, wenn es warm war. Und nach längeren Fahrten schaltete die Automatik sehr hart. Ich zu dieser Werkstatt mit den alten Rechnungen und bettelnd gefragt: Könnten sie etwas Öl ablassen? Er übrigens Dipl.-Ing. Fahrzeugtechnik:  „Wozu, der Motor wird das schon verbrauchen“.

Bezüglich der Automatik, 4HP20 mit Ölmessstab hatte ich mich schon eingelesen.

Daher meine Frage an Ihn: „Könnten wir etwas Getriebeöl ablassen bzw. wechseln, das ist zu viel drin?“ Er darauf den Messstab genommen und meinte: „Ja, da ist zu viel drin.“ 

 

Ich: „Geht das davon nicht kaputt?“ Er: „Nö, das schaltet dann nur etwas härter, aber dafür sauberer.“ Ich: „Ok, könnten Sie es trotzdem wechseln, ich würde es auch bezahlen, jetzt bei 215tkm?“ Er: „Warum, ist doch eine Lebensdauerzeitfüllung, ich würde es nur wechseln wenn es verbrannt riecht und schwarz ist. Sie können es ja selbst wechseln!“

Das habe ich dann auch getan. Dann wurde alles besser.

Als ich den Wagen gekauft habe, waren neue Markenreifen auf dem Fahrzeug.

Mit steigender Kilometerleistung und neuen acht Federkugeln zog der rote Fechttaschentransporter mehr und mehr nach links. Ach, noch etwas, nie Comfortkugeln mit alten Hydraktivkugel kombinieren. Macht weiche Knie in der Kurve. Ich bin dann zur Achsvermessung beim Reifenhändler gefahren. Sturz außerhalb der Toleranz und nicht einstellbar. Ich hab dann alles zu Hause nach gemessen und nichts gefunden, deshalb tippe ich auf ein geknicktes Federbein vorne rechts.

 

Da ich aber nichts Genaues feststellen konnte, bin ich zu einem anderen Citroenhändler mit Achsvermessung gefahren. Der hat ja mehr Erfahrung! Die haben dann festgestellt, dass die rechte „Bremszangenhandbremsmechanikrückstellung“ kaputt ist und ich die Bremszange bei Gelegenheit mal wechseln lassen sollte. Per Hand zurückgestellt fuhr er immer noch schief. Es war ein verklemmtes Handbremsseil!

Dann ging es an die Hinterachse, beim Einfedern knackte es, das hieß Schwingarmlager.

Dann wurde wieder eine Achsvermessung gemacht. Ich hab danach, wie immer mit zwei Wagenhebern und vier Unterstellböcken, dann die Schwingarme ausgebaut und die Lager wechseln lassen. Hat nichts gebracht. Dann beim dritten Citroenhändler Achsvermessung Nummer drei. Wieder die Überlegung, dass sich Besserung einstellt, wenn die Reifen von vorne nach hinten umgebaut werden bzw. mit anderen Reifen passiert das nicht. Mit Winterreifen war es das gleiche. Na ja, der Meister konnte ebenfalls nicht zuhören und hat ohne Einverständnis die Räder von vorne nach hinten gewechselt, obwohl ich nebenan wartete und gesagt habe das ich das schon probiert hatte.

 

Ergebnis seiner Probefahrt: Die Antriebswellen sind defekt. Sind ausgeschlagen, weil es so rattert! Da sei das Geradeausfahren doch eher nebensächlich!

D.h. nach dem losfahren aus der Werkstatt war mir klar, welchem Fehler der Meister aufgesessen war, ich bin dann gleich zum Wuchten mit neuen Klebinnengewichten gefahren. Die haben nämlich auf den Bremssattel geschlagen. Seit diesem Jahr gibt es im PKW-Bereich keine Bleigewichte mehr. Das sind jetzt Zinkgewichte. D.h.: Die Gewichte haben jetzt ein größeres Volumen.

Ich habe dann mit Hilfe eines Reifenhändlers in Weilburg und zwei neuen Federbeinen das Problem gelöst. Danach schnurrte das Kätzchen wieder geradeaus. Die Vorteile der ganzen Aktionen: Ich weiß jetzt zu welchen Citroenhändlern ich gehen kann.

Der XM federt noch schöner als mein Erster. Die Automatik schaltete butterweich. Ich fahre des Komforts wegen sowieso immer im ECO Modus. Ich war so zufrieden mit dem Wagen und freute mich, dass ich keine Werkstatt mehr von innen sehen musste!

Tja und dann: Leider ist mir 12tkm nach dem Getriebeölwechsel am 3.10.2006 mein Automatikgetriebe mit Lagerschaden bei 230tkm um die Ohren geflogen.

Jetzt suche ich ein komplettes 4HP20 Getriebe und einen Platz, wo ich den Wagen zerlegt länger stehen lassen kann. Hoffentlich finde ich eine Möglichkeit im Raum Weilburg/Lahn, vielleicht sogar mit Spezialwerkzeug zum Getriebe- und Steuerzahnriemenwechsel. Kann man so etwas eigentlich leihen?

Ich will weiter XM fahren. Es gibt nichts Besseres für mich.

 

Text und Bilder: Thomas Ossenbühl, Winter 2006