XM – Fahrer & Ihre Autos

 

Anfang November 2005 habe ich als XM - Fahrer das erste Mal an einem Treffen der XM-IG teilgenommen. An diesem Tag wurde Tim Helmes, das jüngste Mitglied der XM-IG, von den Anwesenden XM - Fahrern zu deren Sprecher gewählt. Für mich Anlass genug, mehr über diesen jungen V6-Fahrer zu erfahren um euch von ihm in der ACZ zu berichten. Denn der 21-jährige ist ja seit dieser Wahl die Schalt- und Waltzentrale für die XM - Freunde.

  

Als erstes stellte sich für mich natürlich die Frage, weshalb so ein junger Mann ausgerechnet zu Citroen und speziell zum XM kam; sind in diesem Alter die Autointeressen doch normalerweise eher auf tiefer, breiter, härter sowie GTI und E36 gerichtet…

Daher habe ich mich Anfang März mit Tim getroffen, Fotos von seinem schönen XM V6 (leider bei sehr schlechtem Wetter) mit und ohne Fahrer gemacht und ihn interviewt.

 

 
 

 

Das Interview lief ganz locker und auf meine erste Frage „Seit wann fährst Du denn jetzt den XM“ sprudelte es nur so aus Tim heraus…, aber lest doch einfach mal was ich aufgeschrieben habe!

 

Tim: „Seit ziemlich genau einem Jahr fahre ich nun den XM. Auch wenn er beim Fahren jedes Mal aufs Neue viel Freude bereitet, so ist er auch immer wieder für eine Überraschung gut. Vorrausgesetzt man bekommt ihn erst mal ans fahren.

Als ich mein Schiff im März letzten Jahres nach einer Standzeit von rund 10 Monaten endlich rausholen wollte, ging zunächst gar nichts. Die Batterie war platt.

 

Da war ich zum ersten Mal froh, dass ich in einer Spedition tätig bin: eine Lkw - Batterie besorgt (das Ding war verdammt schwer), dran geklemmt und der Wagen lief. Also reinsetzten, losfahren und genießen? Von wegen! Automatik auf D, Fuß von der Bremse, Gas geben – schwups, aus. Nichts geht mehr à Rien ne va plus !!!

 

 
 

 

Der Vorbesitzer war auch dabei; er hat dann einige Male gestartet bis ich anmerkte, dass aus dem Motorraum Qualm aufsteige. Der Anlasser war abgefackelt. Was machen? Es war Samstagabend, kalt und alles schneebedeckt. Wir haben den ADAC gerufen, der die Anlasserdiagnose bestätigte. Einige Zeit später kam ein Abschleppwagen. Allerdings war die Zufahrt zur Scheune so eng, dass er nicht durchkam und der Schleichweg bergauf übers Feld war vereist, also kein Durchkommen. Wir haben den Wagen schließlich stehen lassen, bis wir am nächsten Tag mit dem Besitzer einer befreundeten Werkstatt (auf Citroen spezialisiert) wiederkamen. Zunächst musste der XM ein Stück vorwärts geschoben werden. Das tat mir in den Gehörgängen ganz schön weh und dem XM sicher nicht gut. Denn der Boden war sehr uneben. Das sind die wenigen Momente, in denen man sich ein konventionelles Fahrwerk wünscht. Danach wurde der Wagen mit dem CX Break des Meisters soweit vorgezogen bis der Abschleppwagen an das Auto heran kam. Das Aufladen auf den Schlepper war für die Gäste des nachbarlichen Kindergeburtstages natürlich ein Großereignis.

 

Bald darauf fuhr das Raumschiff aber dann endlich. Und das einfach traumhaft. Am meistens Spaß macht es auf der Autobahn die erstaunten Gesichter der BMW- und Mercedesfahrer zu sehen, die die enorme Leistung des V6 doch etwas unterschätzt haben.“

Frank: „Danach war aber erst einmal alles o.k.?“

 

Tim: „Nein, nein, zusammen mit der Haupt- und Abgasuntersuchung war dann auch eine neue Lambdasonde fällig, auch wenn sich die Motorelektronik erst einige Wochen später mit ihr anfreundete. Immer wieder leuchtete die Motorwarnlampe auf. Ich hab den Wagen übrigens in den letzten Tagen auf Euro 2 umgerüstet. Das hat mir die Steuerlast für das Saisonkennzeichen (03/09) von rund 266 auf ca. 130 Euro halbiert! Und der Motor ist deutlich laufruhiger geworden, hört sich auch einfach ‚runder’ an und zieht insbesondere im unteren Drehzahlbereich besser durch. Aber der XM und die Elektronik sind schon ein Kapitel für sich. Beispiel gefällig?“

 

Frank: „Klar nur zu, hört sich spannend an, schließend habe ich in den zurückliegenden 15 Jahren mit meinen drei XM wohl ein wenig mehr Glück gehabt!“

 

 
 

 

Tim: „Gelegentlich meint die Zentralverriegelung sich selbstständig machen zu müssen. Nach dem Abstellen des Motors, meistens wenn es feucht und nass ist schließt sie den Wagen dann einfach mehrmals hintereinander auf und zu. Oder das Blinkersetzten. Nicht immer, aber immer öfter kommt dann die Warnmeldung, das rechte und linke Bremslicht sei ohne Funktion. Hinten funktioniert hingegen alles tadellos.“

Frank: „Na das solltest du aber mal überprüfen lassen, klingt nach Kontakt- oder Masseproblem. Gut ist ja, dass wenigstens hinten die Bremsanzeige funktioniert.“

 

Tim: „Ach ja, wo du schon ‚Anzeige’ sagst. Einmal wäre das Eigenleben meines XM aber auch fast nach hinten losgegangen: ich war in Geldern auf einer Landstraße unterwegs mit zugelassenen 50 km/h. Plötzlich merkte ich, dass der Tacho nicht mehr funktionierte. Überrascht sah ich ein paar Sekunden auf die reglose Nadel und als ich dann wieder aufblickte standen da doch tatsächlich die grünen Männchen mit ihrem Fotoapparat! Es ist aber gerade noch mal gut gegangen. Wie immer, wenn man sie nicht braucht sind sie da und andersrum.“

Frank: „Wie bist Du denn überhaupt zu diesem Wagen gekommen?“

 

Tim: „Ich hab ihn von einem guten Bekannten übernommen, das war schon 2004. Fahren konnte ich den Weißen dann aber erst ab Frühjahr 2005 denn ich hatte ihn über den Winter erst mal weggestellt. Den Start ins erste XM - Jahr hatte ich dir ja gerade schon geschildert. Ich kannte den Wagen zu diesem Zeitpunkt schon ungefähr vier Jahre und war von Anfang an begeistert!“

Frank: „Jetzt erzähl mal; ein paar Fakten zu dem XM“

 

 
 

 

Tim: „Es ist ein XM V6 Pallas mit Erstzulassung im Juli 1992. Er hat eine französische Ausstattung und wurde auch für den Heimatmarktproduziert, hat aber dann den Weg nach Deutschland gefunden und hier die Erstzulassung erhalten. Dies erkennt man an einigen Bedienungsdetails wie dem Lichtschalter, der sich in Form eines Schiebereglers im Lenkstockhebel befindet, an der von der deutschen Betriebsanleitung abweichenden Sitzverstellung und nicht zuletzt an den Originalfelgen, die in Deutschland in dieser Form nicht angeboten wurden.

 

Ich habe den Wagen übrigens auf der Techno Classica in diesem Jahr auf der Citroen-Straße ausgestellt. Inzwischen sind 234.000 km auf dem Tacho, aber wenn es Spaß macht, dann fährt man ja gerne auch mal einen Kilometer mehr...! Der XM befindet sich im Originalzustand, bzw. ich hab kleine Details, insbesondere an der Innenausstattung, wieder in den Originalzustand zurückversetzt.

Letztes Jahr war ich mit ihm auch auf dem Citroen-Treffen in Speyer und hatte ihn auf der Citrorama in Rheinberg ausgestellt.“

Frank: „Wie bist du denn überhaupt auf den XM gekommen?“

 

Tim: „Ich habe mir eine Reihe verschiedener Ausgaben vom ‚Typenkompass’ angesehen; dabei bin ich auch auf Citroen gestoßen. Zu diesem Zeitpunkt hatte mich zunächst der CX sehr fasziniert. Zusammen mit dem Vorbesitzer des XM wollte ich mir einen CX zum Restaurieren suchen. Aber dazu ist es nicht mehr gekommen, denn mit 17 durfte ich auf einem Verkehrsübungsplatz den weißen XM V6 von ihm mal fahren...; Seitdem war kein Gedanke mehr für den CX vorhanden...; in meinem Gehirn spukte es nur noch nach XM. Inzwischen bin ich mit dem Weißen letztes Jahr insgesamt rund 7.000 Kilometer gefahren.“

Frank: „Tim, dann erzähl mir und den anderen ACCM doch noch ein paar technische Daten von dir und den Hobbys neben dem XM“

Tim: „Ja, ich bin am 27.11.1984 in Velbert geboren, aufgewachsen in meinem derzeitigen Wohnort Heiligenhaus bei Düsseldorf, habe nach dem Besuch des Gymnasiums eine Ausbildung zum Speditionskaufmann begonnen und werde (hoffentlich) im Sommer fertig sein. Danach möchte ich mich zum Fahrlehrer ausbilden lassen. Mein Musikstil liegt besonders bei Rock, Oldies, Metal, Country (Johnny Cash!) und Blues. Beim Thema Film interessiere ich mich für ‚Action und alles was lustig ist’,  außerdem mag ich Motorradfahren sehr gerne, und habe im letzten Jahr auch einen Motorradurlaub in der Pfalz gemacht. Ansonsten erkunde ich gerne Deutschland, es gibt mehr schöne Regionen hier als man glaubt. In Europa reizt mich besonders Skandinavien. Meine zweite Heimat ist Geldern am Niederrhein, daher auch das Kennzeichen ‚KLE’ auf dem XM, da der Wagen auf meinen Opa angemeldet ist, der dort wohnt. Aber am liebsten würde ich in der Eifel, der Pfalz bzw. Weinstraße oder halt Geldern wohnen. Mal sehen, was sich machen lässt.

 

Als Hobbys habe ich neben Autos und Motorrädern noch lesen, schwimmen, Fahrrad fahren sowie Freundschaften pflegen, wofür leider im Moment aufgrund der Ausbildung und der anstehenden Prüfungen etwas zu wenig Zeit übrig bleibt.

Im ACC bin ich seit April 2005 und vom Club einfach begeistert. An der Marke Citroen fasziniert mich das Design, die Technik, das anderen-Marken-um-viele-Jahre-voraus sein, die Individualität sowie die super Szene.“

Frank: „Na, das hört sich doch klasse an. Mir scheint der Citroen-Virus hat dich längst befallen. Du hast mich neugierig auf deinen Wagen gemacht, zeig ihn mir bitte jetzt mal und lass uns eine Runde drehen und dann Fotos machen!“

 

Text von Frank Jesse, Köln, Frühjahr 2006

Hier gibt's weitere Bilder vom XM, aufgenommen beim Treffen der XM-IG im August 2009 in Mönchengladbach