XM – Fahrer & ihre Autos

 

In dieser ACZ berichtet Ulrich Klauke aus Odenthal nahe Köln über seinen XM. Zum einen wie er zum XM kam, wie sich der große Citroen der 90er Jahre fährt aber natürlich auch über das eine oder andere Wehwehchen. Ebenso gibt der Text Auskunft darüber wie hilfreich der ACC ist...

Die Bilder zeigen Ulrichs XM auf Urlaubsreise vor Weinfeldern im Medloc sowie vor der heimischen Garage zusammen mit seiner DS.

 

Meinen ersten Kontakt zum Citroen XM hatte ich schon 1990, gerade als er in D auf den Markt kam. Ein Arbeitskollege hatte sich einen XM V6 bestellt. Als er geliefert wurde konnte er ihn nicht selber in Köln abholen und bat mich, das für ihn zu tun. Es kann auch sein, dass ich ihm das ziemlich massiv angeboten hab. Jedenfalls hatte ich das Erlebnis, mit dem flammneuen Auto ca. 30 km fahren zu können. Ich war total begeistert von dem Fahrverhalten. Wie der in den Kurven lag, kannte ich von meinem damaligen CX nicht.

 

Und der war schon verdammt gut. Irgendwann verließ uns dann der CX und unser Familienauto war danach ein BX. Ein paar Jahre drauf zogen wir um und brauchten einen Zweitwagen. Da kam uns ein AX Diesel gerade recht. Dieser AX war das real existierende 4 Liter Auto und als Konsequenz fuhren wir damit viel öfter als mit dem BX. Der verbrauchte mit seinem 1.6 Liter Benziner mehr als das doppelte. Die Kinder wurden mit den Jahren größer und beschwerten sich und im AX wurde es zunehmend enger.

 

Mir ging der XM nicht aus dem Kopf. Bei einem Beratungsgespräch im Herbst 1997 bei Stephan Lützenkirchen in der NL Köln in der Widdersdorfer Strasse stellte sich heraus, dass der XM doch für unsere Haushaltskasse zu teuer war. Also verhandelten wir über einen Xantia 2.1 td. Dann ein Anruf von Citroen: Preiserhöhung. Wir könnten unseren Xantia noch zum alten Preis bestellen, wenn es ganz fix per FAX ginge. 8 Wochen Lieferzeit waren avisiert und wir freuten uns schon auf den Xantia.

 

Bis die ACZ kam. Dort stand dann auch etwas über die Preiserhöhung drin. Aber auch, dass parallel zu der allgemeinen Preiserhöhung der XM aufgrund seiner mäßigen Absatzzahlen im Preis um 10% gesenkt wurde! So schnell hatte ich selten die Preislisten und den Taschenrechner zusammen und siehe da: Der XM war nun kaum noch teurer als der Xantia. Nicht ganz fair, da ich Xantia Break mit XM Berline verglich. Auch das ein oder andere Extra blieb bei dem Vergleich auf der Stelle. Aber der Wunsch nach einem XM war jetzt heftig. Aber ich hatte ja einen Kaufvertrag für einen Xantia unterschrieben. Am nächsten Morgen hatte ich dann ein etwas längeres Telefongespräch mit Stephan Lützenkirchen. Er erinnerte sich auch wieder an unser erstes Gespräch über den XM und bot ohne Zögern an, den Xantia zurückzunehmen und einen XM für uns zu bestellen. Als ich den Kaufvertrag dann unterschrieb, fühlte ich mich großartig, denn ich hatte gerade mein Traumauto bestellt.

 

Am 11.11.97 habe ich ihn dann übernommen. Seither hat er uns 270.000 km gefahren und wir haben noch einige vor uns. Neben den alltäglichen Fahrten zur Arbeit oder zum Einkaufen sind es einige Urlaubsfahrten nach F oder NL gewesen auf denen wir uns dem Komfort und der Sicherheit des XM anvertraut haben.

 

 
 

 

Natürlich bin ich auch damit auf dem ein oder anderen ACC - Treffen aufgekreuzt, z.B. in Bocholt, in Coelbe - Buergeln bei Marburg oder zuletzt in Warberg. Nach wie vor ist das Fahren mit diesem Auto ein ganz besonderes Erlebnis. Sparsam (2.1 td), Hydractiv von der Fahrbahnoberfläche entkoppelt und sicher. Speziell auf längeren Strecken spielt der XM, wie eigentlich alle HP’s von Citroen, seine Trümpfe aus. Strecken von 1.200 km bis an die Atlantikküste sind damit keine Schinderei sondern genussvolles Schweben!

 

Nun gibt es sogar beim XM auch ein paar Macken und Reparaturen. Nicht wirklich viel, vor allem im Vergleich zur etablierten ‚Premiumklasse’ aus deutschen Landen. Was war bis heute? Außer Verschleißteilen wie Bremsbelägen oder Bremsscheiben mal ein neuer Auspuff (bei 180.000 km) oder ein ausgeschlagener Kugelkopf bei 210.000 km. Demnächst muss der Krümmerbogen zum Turbolader getauscht werden. Der hat sich leider von seinem Haltwinkel losvibriert. Wird wohl nicht ganz billig.

 

Eine Sache hat mich länger geärgert: Bei ca. 60.000 km fiel es mir zum ersten Mal auf, dass sich der XM nach dem Kaltstart an der Hinterachse deutlich über die Normalposition hinaus erhob um dann nach ein paar Metern hinten zusammen zu sacken. Danach regulierte er sich auf normal und es blieb alles okay. Bis zu irgendeinem der nächsten Kaltstarts. Da ich eine 3-Jahresgarantie hatte, ließ mich diese Erscheinung zunächst kalt und ich reklamierte es. Es folgten mehrfache, leider allemal erfolglose Reparaturversuche. Nachdem man mir von der Niederlassung dann auf mein Reklamationsschreiben hin antwortete, dass mein XM den Herstellervorgaben entsprach, fühlte ich mich doch auf den Arm genommen. Ich bemühte Ulrich Brenken und seine CDAG-Hotline. Kurz drauf meldete sich Sven Kadlubek von der Kundenbetreuung und bat mich, meinen XM in Porz vorzustellen. Als er den Namen des Meisters nannte, den ich ansprechen sollte, glaubte ich, mich verhört zu haben. Hatte mir doch eben dieser Meister seines Faches erst vor kurzem an seiner vorherigen Wirkungsstätte FAP Zusatzmittel (ja, für einen XM!) auf die Inspektionsrechnung gesetzt.  Ich bat Herrn Kadlubek um einen alternativen Vorschlag.

 

Und er nannte mir die Firma Schmitz in Porz. Dies ist, wie ich dann feststellte, eine Citroen-Werkstatt (na ja, mittlerweile auch Mazda), wie man sie sich wünscht: Familienbetrieb, freundlich und vor allem kompetent. Dort fährt man selber nicht nur XM sondern auch Ente und DS und natürlich auch neue Modelle. Jedenfalls hat Herr Schmitz (ich weiß bis heute nicht genau, wie viele in dem Betrieb auf diesen Namen hören) den Fehler beheben können. Das Bremsventil war der Übeltäter.

 

Mittlerweile vertraue ich Herrn Schmitz nicht nur unsere neueren C’s an, er bringt auch spezielle Dinge an der DS wieder in Ordnung.

 

 
 

 

Rückblickend kann ich feststellen, dass der XM als neunter von bis jetzt dreizehn Citroens uns am längsten, sowohl zeitlich als auch kilometermäßig, begleitet hat. Es sieht ganz so aus, als ob der diesen ‚Rekord’ noch lange innehalten wird.

 

 

Text und Bilder: ACCM Ulrich Klauke

Einleitung: ACCM Tim Helmes