Reparatur der XM-Domlager
 

 

Das Problem der durchschießenden Domlager dürfte in der Zwischenzeit jedem Freund des Citroen XM bekannt sein. In den letzten Ausgaben der ACZ wurde ja auch bereits ausführlich zu diesem Thema berichtet. Und jetzt gibt es wieder Neuigkeiten, dieses Mal aber durchaus positive. Es gibt bereits im Forum des ACC Beiträge über Reparaturen der Domlager. Die XM-IG ist dieser Spur nachgegangen und hat durchaus interessante Ergebnisse herausgefunden. Es gibt in Ungarn wirklich jemanden, der in der Lage ist unser Sorgenkind Domlager zu reparieren.
Aber der Reihe nach. Thomas Großruck von der XM-IG Österreich hat eines seiner Domlager bei diesem besagten Herrn in Ungarn reparieren lassen. Von ihm stammen auch die hier gezeigten Bilder. In einer Mail an mich von Mitte Januar beschreibt Thomas den Reparaturvorgang folgendermaßen:
 

„Es wird angeblich so überarbeitet, dass es nicht mehr durchschießen kann, da der innere Teil größer gemacht wird. Es wird selbstverständlich dann auch das ganze Gummi neu gemacht, lediglich der Metallkopf wo die Kugel draufgeschraubt wird und die untere Platte bleiben vom alten Lager bestehen. Da der Kopf der Alte bleibt kann auch aus einem rechten Lager ein linkes gemacht werden, wenn dafür Bedarf besteht. Dazu muss ja nur der Kopf verdreht und drauf gesteckt werden. Es sieht vom optischen her einwandfrei aus.“



  

Der Vergleich Vorher - Nachher

 

Diese Beschreibung klingt viel versprechend zumal notfalls auch die beiden Seiten miteinander vertauscht werden können. Allerdings entstehen jetzt natürlich zwei wichtige und entscheidende Fragen. Wie sieht es mit der Haltbarkeit aus? Und wie teuer ist der Spaß?
Beantworten wir zunächst die zweite Frage. Thomas hat an den Herren in Ungarn umgerechnet ca. 100 Euro inklusive Rückversand bezahlt. Für vier Lager würde mit Rückversand 360 Euro fällig. In Anbetracht des Preises des Originalersatzteiles ein Schnäppchen. Denn dieser liegt bei rund 350 Euro pro Stück. Der Weg ist also ganz einfach. Das defekte (nicht durchgeschossene!!) Teil wird nach Ungarn geschickt, überarbeitet und dann direkt wieder zurückgeschickt. So weit so gut, aber was ist mit der Haltbarkeit. Auch hierzu wieder die Beschreibung von Thomas:
 

„Ich kann aus eigener Erfahrung nicht berichten, da ich das Lager noch nicht eingebaut habe. Ich wollte einfach den Worten im Forum Taten folgen lassen und hab das mal ausprobiert um den Ablauf, die Zuverlässigkeit des Anbieters und die Qualität der Überarbeitung unter die Lupe zu nehmen. In Ungarn fahren jedoch schon einige über zwei Jahre mit solchen überarbeiteten Domlagern herum. Ich war in Kontakt mit einem von ihnen, der mir auch den Kontakt zu dem Herren hergestellt hat. Wie jedoch die Haltbarkeit tatsächlich ist, kann ich nicht sagen. Innerhalb einer Woche hatte ich mein Domlager wieder in Händen, das hat trotz der sprachlichen Schwierigkeiten alles super geklappt. Soweit sieht es auch gut aus. Ich hab's meinem Werkstattchef des Vertrauens gezeigt und er meinte, er würde das sofort ohne Bedenken in seinen XM einbauen. Was ich nicht ganz weiß, das müsste noch einmal näher erfragt werden, was er mit den rostigen Teilen außen macht. Der innere Teil wird ja komplett neu gemacht, wie geschrieben wird dadurch ein Durchschuss verhindert. Wie auch geschrieben, bleibt die Grundplatte ebenfalls gleich, zumindest sieht sie bei meinem nicht neu aus. Da weiß ich jedoch nicht, ob er da auch einen neuen Konus draufschweißt oder nur den alten entrostet und neu Vulkanisiert.“
 


 

Dem Wortlaut nach und auch den Bildern zufolge ist die Reparatur also gut und zuverlässig, speziell nach der Aussage des Werkstattchefs allerdings gibt es außer aus Ungarn selbst noch keine konkreten Aussagen zur Dauerhaltbarkeit.


 

Thomas spricht auch noch ein weiteres Problem an. Die sprachlichen Schwierigkeiten. Wobei diese sich mit einem einigermaßen guten Englisch relativ schnell aus dem Weg räumen lassen wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann. Nach dieser Mail von Thomas habe ich selber Kontakt mit den beiden Herren in Ungarn, also dem Mann, der das Teil repariert und jener, der den Kontakt hergestellt hat, aufgenommen.

Die Antworten kamen schnell. Auch wenn des Englisch stellenweise etwas abenteuerlich wirkte war verständlich was gemeint ist.


 

Wichtig ist auch noch um welches Domlager es sich handelt. Für die Reparatur muss also angegeben werden ob es sich um ein Lager des Y3 mit kleiner Bohrung für die Federbeinaufnahme oder um eines des Y4 mit größerer Bohrung handelt.
Wie lautet das Fazit? Grundsätzlich ist das natürlich eine gute Sache und für alle XM-Fahrer sehr wichtig. Schließlich gibt es die Möglichkeit kurz vor einem Durchschuss das Lager auszubauen, reparieren zu lassen und dann wieder normal weiter zu fahren. Teure Neuteile, falls sie überhaupt noch verfügbar sind werden dadurch uninteressant. Das Problem ist die ungewisse Dauerhaltbarkeit.
Wie geht es jetzt weiter? Die XM-IG wird in Kürze zwei Testexemplare nach Ungarn schicken um die Reparatur zu ergründen. Diese beiden Teile werden dann auch in einen XM eingebaut um verlässliche Aussagen zur Qualität machen zu können. Dazu wird es hoffentlich schon in der nächsten ACZ einen ersten Erfahrungsbericht geben, allerdings sollte allen bewusst sein, dass eine ausführliche Belastungsprobe, die auch zur Dauerhaltbarkeit konkrete Angaben machen kann, einige Zeit in Anspruch nimmt.


 

Wer jetzt überlegt seine Domlager auch nach Ungarn zu schicken bittet die XM-IG noch bis zur ersten Begutachtung der reparierten Testexemplare zu warten. Bei einem ersten positiven Resultat ist geplant, defekte Domlager zu sammeln und dann zusammen nach Ungarn zu schicken.
Bei Fragen und Interesse an dieser Sammlung meldet euch direkt bei mir, entweder per Mail unter tim.helmes@xm-ig.de oder telefonisch unter 0176 / 22 77 38 88.
Wir halten euch zu diesem Thema auf jeden Fall weiter auf dem Laufenden.

Text: Tim Helmes, XM-IG
Bilder: Thomas Großruck, XM-IG Österreich