Zwischenstand der Domlager-Problematik beim XM

 

Es ist etwas ruhig geworden in Sachen Domlager, auch Federbeinhalterung genannt. Zur Erinnerung, was war passiert? Vor rund vier Jahren verunsicherten Meldungen über durchgeschossene Domlager die XM-Gemeinde. Das Domlager verbindet das Federbein mit der Karosserie. Außerdem ist die Federkugel mit der entsprechenden Hydraulikleitung daran befestigt. Es befindet sich im Motorraum in der äußersten Ecke am Übergang zwischen Kotflügel und Spritzwand.

Im Inneren des Lagers ist ein dickes Gummi. Und genau das sorgt für die Probleme. Nicht nur unfreiwillig zum Vater beförderte Männer wissen, dass Gummi mit der Zeit spröde wird und im Extremfall auch reißen kann. Der Gummiblock im Lager ist enormen Belastungen ausgesetzt, schließlich muss es sich auch beim Lenken mit verdrehen. Und so ist es bei einigen XM schon zu diesem Extremfall gekommen. Das Lager schießt samt Federbein und Kugel durch die Motorhaube nach oben. Was einem großen Sicherheitsrisiko entspricht. Im Stand ist das ja alles halb so wild. Während der Fahrt sieht die Sache aber anders aus. Rein technisch gesehen bleibt der XM zwar noch kontrollierbar da die Federung und an den Hydraulikleitungen hängt, praktisch dürfte der Fahrer aber einen starken Schreck bekommen und dadurch die Kontrolle über sein Auto verlieren.

Es gibt Möglichkeiten die Domlager zu kontrollieren. Beispielsweise über eine Sichtkontrolle. Stehen die Domlager gleich hoch. Ebenso ist der Abstand von Kugel zum darüber liegenden Querblech ein Richtwert. Eine genaue Beurteilung lässt sich aber nur von unten machen. Eine Beschreibung dafür gibt es im Internet auf der Homepage der XM-IG, www.xm-ig.de unter dem Menüpunkt ‚Domlager’.

Nach dem ersten Schock über diese Meldung haben viele XM-Besitzer ihre Domlager vorsorglich getauscht. Teilweise mit gebrauchten, was natürlich nicht das Problem löst, oder mit originalen Teilen. Die erste Hürde ist hier aber schon die Bestellung. Es gibt mehrere Ersatzteilnummern, für rechts und links, Y3 und Y4. Auch eine Unterscheidung zwischen mit und ohne Hydractive gibt es, allerdings wurden alle in Deutschland ausgelieferten XM mit diesem System versehen. Auch dazu gibt es im Menü ‚Ersatzteile’ auf der IG-Homepage eine Übersicht.

Ein weiteres zu verdauendes Übel ist der Preis für die Ersatzteile. Für beide Seiten müssen insgesamt rund 600,- Euro kalkuliert werden. Dazu kommt noch der Tausch. Bei durchgeschossenen Domlagern grenzt das oftmals schon an einen Totalschaden, schließlich müssen beispielsweise die Motorhabe und Leitungen erneuert werden.

Auf eine Initiative der XM-IG und des ACC startete Citroen Deutschland eine Aktion um die Domlager günstiger anzubieten. Somit wurden viele XM auf neue umgerüstet und es kam zu der bereits beschrieben Ruhe rund um dieses Thema. Allerdings ist diese Aktion schon seit rund zwei Jahren ausgelaufen und mittlerweile häufen sich auch wieder Probleme, auch durchgeschossene Lager sind dabei.

Und es gibt ein noch größeres Problem. In der Zwischenzeit gibt es weder für den Y3 noch für den Y4 neue Domlager. Vielleicht lagern bei dem einen oder anderen (Ersatzteile-) Händler noch einzelne Restposten aber auch die werden schnell vergriffen sein. Der Grund ist ganz einfach und er wird sich noch auf viele andere Bauteile des XM ausdehnen. Die zehn Jahre nach Auslaufen der Produktion, in denen die Hersteller zur Fertigung von Ersatzteilen verpflichtet sind, gehen jetzt zu Ende. Im Jahr 2000 liefen die letzten XM vom Band.

Was kann gemacht werden? Hamsterkäufe? Vielen XM hilflos beim Sterben zusehen?

Bleiben wir beim Domlager, das weiter als Beispiel behandelt werden soll. Noch gibt es gebrauchte Ersatzteile aus Schlacht- oder Unfallwagen. Die sorgen zwar für eine kurzfristige Ruhe aber irgendwann ist auch da das Gummi kaputt. Eine weitere kurzfristige Alternative ist der Umbau vom rechten zum Linken Domlager oder umgekehrt. Das ist durchaus möglich aber auch mit einem hohen Aufwand verbunden und ohne Erfahrung im Umgang mit Werkzeug für den Laien nur schwer zu schaffen. Außerdem hilft das nur so lange wie es noch einigermaßen gute Domlager gibt.

Ebenso aufwendig und gleichermaßen teuer ist ein Nachbau. Um dies realisieren zu können müsste es eine Reihe Interessenten geben, die bereit sind die Teile zu kaufen. Bis es aber eine ausreichende Zahl gibt kann einige Zeit vergehen. Als Beispiel sei hierfür die Umrüstung von Fahrzeugen auf bessere Abgasnormen oder Partikelfilter genannt.
Es wurde bereits versucht die Konstruktionspläne der Domlager zu bekommen allerdings hat Citroen Deutschland abgeblockt. Zum einen liegen die Unterlagen in Frankreich und zum anderen dürften sie auch nicht herausgegeben werden. Eine Nachfertigung kann also nur auf Basis vorhandener originaler Teile erstellt werden. Das setzt aber auch wieder ein hohes Maß an Talent voraus. Aber genau da wird langfristig die einzige Lösung liegen.

Ziel der XM-IG ist es, die Versorgung mit Ersatzteilen, im Idealfall natürlich originalen, aufrecht zu halten. Natürlich würden die Teile dann nicht günstiger als jetzt aber besser so als gar keine mehr. Möglich ist das aber nur durch eure Hilfe. Wer also schon Probleme mit seinen Domlagern hatte, damit sind durchaus auch die Xantia-Fahrer angesprochen, sei es ein vorläufiger Tausch, auffällige Schäden am Teil oder sogar ein durchgeschossenes Lager meldet sich bitte bei der XM-IG. Ihr könnt euch direkt an folgende, extra eingerichtete E-Mail Adresse wenden: domlager@xm-ig.de Es geht darum die Fälle zu sammeln um auch Citroen Deutschland auf das Risiko dieses Problems hinzuweisen.
Nur so kann der Erhalt des XM langfristig gesichert werden. Nach einer kurzen Ruhepause wird es also in Zukunft wieder richtig laut.

Text: Tim Helmes, XM-IG